Neue Publikation des EZJM

Martha Stellmacher, unter Mitarbeit von Barbara Burghardt

„Orgel ad libitum“                                                                                                    Einblicke in die Musik der Reformsynagogen am Beispiel der „Sammlung Oberkantor Nathan Saretzki“

»Orgel ad libitum«

Herausgegeben vom Europäischen Zentrum für Jüdische Musik (EZJM)
der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
Hannover: Wehrhahn-Verlag 2015.
96 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-86525-428-3
Preis: 16,00 €

Orgelklang in der Synagoge – das war eine der vielen Neuerungen der jüdischen Reformbewegung des 19. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammen Werke von Louis Lewandowski, Salomon Sulzer, Adolf Grünzweig und anderen heute wiederentdeckten Komponisten. Die hier beschriebenen 16 Notenbände konnte der Oberkantor Nathan Saretzki während der Novemberpogrome 1938 aus seinem Notenfundus aus der brennenden Hauptsynagoge in Frankfurt retten. Durch den Einsatz mutiger Mitmenschen überstanden die Bände die Zeit des Nationalsozialismus und gelangten auf ungewöhnlichem Wege 1998 nach Hannover ins Europäische Zentrum für Jüdische Musik, wo sie inzwischen für die musikwissenschaftliche Forschung zugänglich gemacht wurden.

Detaillierte Beschreibungen der Bände und biographische Hinweise zu den Komponisten ermöglichen einen Einblick in das musikalische Spektrum der Musik der Reformsynagoge. Der Katalog wird ergänzt durch Kapitel und Exkurse, die in Geschichte und Einzelaspekte der synagogalen (Reform-)Musik einführen.

Anhand der „Sammlung Oberkantor Nathan Saretzki“ zeigt sich, stellvertretend für zahlreiche andere entdeckte und unentdeckte Schätze, der wissenschaftliche ebenso wie der immatierielle Wert einer solchen Sammlung.

weitere Informationen unter: www.ezjm.hmtm-hannover.de

Das Leo Baeck Institut zu Besuch in Leipzig

Das Leo Baeck Institute New York | Berlin hat Ende Juni im Rahmen der Jüdischen Woche 2015 in der Stadtbibliothek Leipzig die Ausstellung:

“In unserer Mitte. Aspekte Jüdischen Lebens in Leipzig in der Neuzeit”

eröffnet. Diese Austellung konnte bis zum 8. September verlängert werden und ist während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu sehen (Dienstags z.B. von 10 – 19 Uhr).

Weitere Informationen unter: https://www.lbi.org/deutsch/ausstellungen/

Neue Publikation der Bet Tfila

In der vergangenen Woche ist der Band 7 der Schriftenreihe der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa erschienen.

Ole Harck

Archäologische Studien zum Judentum in der europäischen Antike und dem zentraleuropäischen Mittelalter
Schriftenreihe der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, Band 7
hg. von Aliza Cohen-Mushlin und Harmen H. Thies
21 x 26 cm, 656 Seiten, 195 Abbildungen, Hardcover
Petersberg: Imhof, 2014
ISBN: 978-3-7319-0078-8; 69,– €

In den Siedlungen und Städten der europäischen Antike und des zentraleuropäischen Mittelalters bildeten Juden eine Minderheit in der heidnischen bzw. christlichen Mehrheitsbevölkerung. Die meisten materiellen Zeugnisse jüdischen Lebens unterscheiden sich jedoch kaum von vergleichbaren archäologischen Funden. Allein die Kultbauten wie Synagogen und Ritualbäder weisen spezifisch andere Bauweisen auf. Bei den jüdischen Grabanlagen zeigen sich seit der Antike Eigenentwicklungen, die erst im Mittelalter abgeschlossen wurden. Darüber hinaus verwendeten die Juden einige wenige besonders gefertigte liturgische Geräte, deren Symbole und hebräische Inschriften sie als jüdische Ritualobjekte identifizieren.

In seinem Buch gibt Ole Harck vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstmalig eine Gesamtübersicht über die eindeutig als jüdisch identifizierten archäologischen Funde des zentraleuropäischen Mittelalters und beleuchtet wichtige Funde der europäischen Antike.

Ausstellung in der Villa Seligmann

In welchen Räumen erklingt jüdische Musik? Welche Zusammenhänge haben Architektur und Musik der Synagoge? Die neue Ausstellung in der Villa Seligmann – dem Haus für die jüdische Musik in Hannover – lädt dazu ein, diesen Fragen nachzuspüren:

SYNAGOGE UND TEMPEL
200 Jahre jüdische Reformbewegung und ihre Architektur
Ausstellung | Führungen | Vorträge
26. Januar – 6. Mai 2014

Konzipiert wurde die Ausstellung durch die Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa gemeinsam mit der Stadt Seesen, dem Braunschweigischen Landesmuseum und dem Jacobson Gymnasium Seesen. In Hannover wird sie präsentiert durch das Europäische Zentrum für Jüdische Musik und die Bet Tfila – Forschungsstelle in Zusammenarbeit mit der Villa Seligmann.

Kontakt und Informationen zum Begleitprogramm der Ausstellung:
Europäisches Zentrum für Jüdische Musik
der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Villa Seligmann
Hohenzollernstraße 39
30161 Hannover
T 0511-844887-100
F 0511-844887-105
www.ezjm.hmtm-hannover.de

 

Ehemalige Synagoge Rödingen im Rheinland (Gemeinde Titz / Kreis Düren)

Die 1841 in Rödingen errichtete Synagoge bildet zusammen mit dem Wohnhaus der jüdischen Familie Ullmann das einzige weitgehend im Originalzustand erhaltene Gebäudeensemble dieser Art im westlichen Rheinland. Nach behutsamer Restaurierung sind die Gebäude nun als LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen der Öffentlichkeit zugänglich.

Im Vorderhaus bietet eine Dauerausstellung anschauliche Informationen zu verschiedenen Facetten jüdischen Lebens im Rheinland in Vergangenheit und Gegenwart, unter anderem zur Geschichte der jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner, zur koscheren Küche früher und heute und zu Aspekten der jüdischen Religion und der Geschichte des rheinischen Judentums. Im Hinterhof lädt die ehemalige Landsynagoge zur Besichtigung ein. Hörstücke in Deutsch oder Englisch sowie Kurzfilme ergänzen das Informationsangebot.

Mit dem am 6. September 2009 eröffneten LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen baut der Landschaftsverband Rheinland sein vielfältiges kulturelles Angebot für die gesamte rheinische Region aus und dokumentiert sein Engagement auch im Bereich der jüdischen Geschichte im Rheinland.

Das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen versteht sich als offenes Angebot für alle an dieser Thematik Interessierten und empfiehlt sich zudem als kultureller Veranstaltungsort mit besonderer Atmosphäre.

Ausführliche Informationen und Bildmaterial zur ehemaligen Synagoge finden Sie auf der Website für das Rödinger Gebäudeensemble unter folgendem Link.

Besucheradresse:

LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen
Mühlenend 1
52445 Titz-Rödingen
Tel  +49 (0) 24 63 / 99 30 98
(nur während der Öffnungszeiten besetzt)

Öffnungszeiten:

Das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen ist jeden Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Eintrittspreise:

Erwachsene: 3 €
Gruppen ab 10 Personen: 2,50 € pro Person
Schwerbehinderte, Studierende, Auszubildende: 2 €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Eintritt frei
Führungen, 90 Minuten: 60 € zzgl. Eintritt
(Führungen nur nach Vereinbarung über die kulturinfo rheinland )

Kontakt:

Monika Grübel M.A.
(Wissenschaftliche Referentin)
Landschaftsverband Rheinland
LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
Endenicher Straße 133
53115 Bonn

Telefon: + 49 (0) 228 / 9834 – 226
Fax: + 49 (0) 221 / 8284 – 19 29
Mobil: + 49 (0) 151 / 14 26 10 55
E-Mail: monika.gruebel@lvr.de